Videoclip Banking 2.0

Impressionen vom Think Tank am 08.07.2011

Innovative Ideen beim ersten Think Tank Banking 2.0

Wie spannend die Bank-Branche entgegen ihres allgemeinen Rufs tatsächlich ist, konnten die knapp 30 Absolventen und Young Professionals beim Think Tank BANKING 2.0 erleben, die sich auf unkonventionelle Art und Weise über die Zukunft der Bankenbranche Gedanken machten.

Den Einstieg am späten, aber sonnigen Vormittag machte Ralf Baust, u.a. verantwortlich für Innovationsmanagement bei der Cirquent GmbH, mit einem Vortrag mit Praxisbeispielen aus der Beratung von Banken. Ihm folgte die Key-Note von Prof. Dr. Sonja Salmen über die Megatrends der Netzgesellschaft, Konsumverhalten in 2020 und der Vertrauenskultur im digitalen Netz.

Diesen Input konnten die Teilnehmer dann gleich im Banking 2.0-Spiel anwenden. In kleinen Arbeitsgruppen wurde kräftig ge-brainstromed. Hilfreich waren dabei die vielen verschiedenen Räume der  Villa Giersch, in die sich  die Teams „Knete“, „Mammon“, „Zaster“ und „Kohle“ zurückziehen konnten. Auch der große Garten wurde genutzt, um via „Empathy-Map“ und „Canvas-Modell“ ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell zu erarbeiten. Einzig die „Spielführer“ aus jedem Team musste im 10-Minuten-Rhythmus im Vortragsraum an der Leinwand antreten um per Mega-Würfel die jeweilige Teamfigur auf dem Bank 2.0-Monopolyspielfeld vorzurücken. „Ereigniskarten“, „Beraterkarten“ oder „Gemeinschaftskarten“ konnten gezogen und gespielt werden. Das erspielte Geld dann wiederum in Präsentationsmaterial, Hilfsmittel oder Beratung investiert werden. Die engagierten und motivierten Teams präsentierten nach drei Stunden und überraschten mit Ihren Ansätzen mehrfach die Jury, bestehend aus Ralf Baust, Prof. Dr. Salmen und dem Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel.

Trotz großer Competition wurde es beim Ausklang auf der Terrasse bei Grillwurst und Steak wieder versöhnlich. Nach dem ein- oder anderen intensiven persönlichen Gespräch untereinander verabschiedeten sich die Teilnehmer wieder… bis zum nächsten Think Tank.

 

Bank 2.0 Expertenblog: Mobile Brieftasche von Google – eine Zeitenwende?

Ich muss zugeben – das war überraschend für mich.  Die Gerüchte über Googles Aktivitäten zu M-Payments und möglicher Partnerschaften mit Citi und Mastercard köcheln zwar schon lange. Aber vor gerade mal zwei Wochen gab es noch ein klares Statement von Google gegen die Emulation von (Payments-)Karten mit der Android NFC-Schnittstelle – zu wenig Standardisierung in der Hardware, zu wenig Speicher im Secure Element und “Open NFC” ist doch sowieso viel spannender für neue Applikationen. Gestern nun lässt Google die Bombe platzen – das Unternehmen bringt die Google Wallet mit einer eigenen Prepaid-Karte in Kooperation mit Mastercard auf den Markt, und zwar noch in diesem Jahr.
War das der lang erwartete Urknall für NFC und Mobile Payments? Zumindest setzt kein anderer großer Tech-Player derzeit so massiv auf diese Themen wie Google. Für das iPhone gibt es Gerüchte aber keine Fakten, RIM möchte zumindest mal ab nächsten Sommer NFC-Chips in Blackberrys einbauen, Microsoft scheint dieses Thema noch gar nicht auf der Agenda zu haben und Nokia, noch vor einigen Jahren ein Treiber von NFC mit recht bescheidenem Erfolg, könnte mit der derzeitigen strategischen Fokussierung auf “Open NFC” wieder mal eine Führungsrolle an Google abgeben, nämlich die für “Secure NFC”.
Google scheint auf den ersten Blick auch alles richtig zu machen – ein offenes System für alle Stakeholder, die notwendige Kooperation mit den Experten im Payments-Bereich (Mastercard, Citi, First Data) und die Nutzung der bestehenden Payments-Infrastruktur um die 120.000 bestehenden Akzeptanzstellen in den USA für Mastercard PayPass zu nutzen. Und – vor allem – die konsequente Verknüpfung der Bezahlung mit anderen Diensten wie Incentives, Couponing und Google Search um für den Kunden einen Mehrwert im Vergleich zu etablierten Bezahlsystemen wie z.B. Karten zu bieten.
Und doch gibt es offene Fragen, die für den Erfolg von Google kritisch sein dürften – werden ausreichend Handys mit NFC-Chips ausgestattet werden? Google produziert im Gegensatz zu Apple, RIM und Microsoft/Nokia die Geräte nicht selbst. Kann Google aufgrund seiner Positionierung im Mobile-Ökosystem die Google Wallet auf die Handys der Mitbewerber bringen, um die kritische Masse an Anwendern zu erreichen?  Ein neutraler Player wie z.B. PayPal oder Visa hätte da als Anbieter einer NFC-Wallet deutlich bessere Chancen, diese auf alle Smartphones zu bringen. Und kann Google ein eigenes Secure Element (das sich wohl als Lösung abzeichnet) gegen den (wahrscheinlichen) Widerstand der Mobilfunk-Unternehmen durchsetzen? Für Vodafone, Telekom und Co. ist die Kontrolle des Secure Elements, und die Etablierung der SIM-Karte als ebendieses Basis des eigenen Geschäftsmodells. Selbst Apple musste hier schon einen Rückzieher machen. Und mit dem gemeinsamen Projekt ISIS haben die TelKo’s den wohl größten Gegenspieler zu Google in den USA am Start.
Aber Googles Ankündigung zeigt deutlich – 2011 ist das Jahr von NFC. Und für die Finanz- und Payments-Industrie ist der 26. Mai 2011 vielleicht ebenso wichtig wie einst der 28. Juni 2007 für die Mobilfunk-Industrie.

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Über den Autor:

Dr. Danny Fundinger ist Management Consultant der Cirquent GmbH. Er kommt aus der IT und hat nach einem wissenschaftlichen Abstecher in die Chaos-Theorie das Banken-Wesen und den Zahlungsverkehr für sich entdeckt. Als Experte für Mobile Payments bei Cirquent ist für ihn zudem der branchen-übergreifende Blick auf das große Ganze und insbesondere in die Welt des Mobilfunks gefragt.

Banking 2.0 Location: Villa Giersch

Eine außergewöhnliche Veranstaltung bedarf eines besonderen Veranstaltungsortes:  Die neoklassizistische Villa Giersch liegt in Frankfurt am Main, die um 1910 für die Unternehmerfamilie Holzmann errichtet wurde und heute zu den wenigen noch erhaltenen Sachsenhäuser Ufervillen gehört.

Da wir Anfang Juli erwartungsgemäß gutes Wetter haben werden, steht uns die Terrasse im Grünen für Gespräche und Lunch-Breaks zur Verfügung.

Die Villa Giersch dient unter anderem als Ausstellungsgebäude dem Museum Giersch. Als Ausstellungshaus präsentiert das Museum Giersch Leihgaben aus öffentlichem und privatem Besitz. Das Ausstellungsspektrum bezieht sich auf sämtliche Bereiche von Malerei, Photographie, Skulptur und Graphik bis hin zu Architektur und Kunstgewerbe.

Beim Banking 2.0 Think Tank verleihen wir unserem Veranstaltungsraum ein gemütliches Casino-Ambiente.